Hintergründe

Kindgerechte Veranstaltungen für die Altersgruppe von 5 bis 8 Jahren sind eine tiefgreifende Herausforderung, die oft gänzlich fehlbewertet wird. Es gilt nicht, eine Erwachsenenveranstaltung "zu vereinfachen". Die Gefahr besteht z.B. darin, durch fehlplazierte, vordergründige "Action" ein vermeintliches Interesse der Kinder zu erreichen. Schnell überfordert dies an optischen und akustischen Reizen, ohne nachhaltige Wirkungen. Oder es werden Marketingeffekte durch populären Künstlernamen (z.B. Nena) oder in Anlehnung an Disney-Filme (Rettet Nemo) angestrebt, statt Lehr- und Lernprozesse in den Focus zu setzen.

Solche Veranstaltungen gehen nur am Rande auf spezifisches Lernverhalten ein und lassen oftmals jegliches Einfühlungsvermögen in kindgerechte Erfahrungswelten vermissen. Wenn Kinder vor Angst auf die Stühle urinieren, ist dies sicher auch ein Beweis für die Wirkung der multimedialen Umgebung - vor allem aber ein Zeichen für die erforderliche Entwicklungsarbeit auf diesem Sektor.

Die Fachhochschule hat im Bereich pädagogischer Kinderproduktionen bereits besondere Kompetenz bewiesen. Eine umfangreiche Befragung von Lehrkräften im Planetarium im Knooper Weg aus dem Jahre 2002 ergab im Gesamturteil die Note "sehr gut" mit dem Notenschnitt von 1,3. Zwei Kinderveranstaltungen - "Die Rettung der Sternenfee Mira" (1995) und "Die Zeitblasenreise" (1999) wurden dort entwickelt. Sie griffen Elemente der märchenhaften Erzählung auf, um astronomische Grundphänomene (Mira) und moderne kosmologische Erkenntnisse (Zeitblasenreise) kindgerecht in einem "Wissenstheater" aufzuführen.

Die Veranstaltungen traten eine Rundreise durch über 30 deutschsprachige Planetarien an und wurden ins Schweitzerdeutsch, ins Belgische und Französische übersetzt. Diesen Erfolg hat mit großem Abstand keine andere deutschsprachige Produktion erreicht. Die Veranstaltungen griffen die damals typischen multimedialen Techniken auf, sind angesichts der rasanten Entwicklung der Produktions- und Präsentationstechnologien mittlerweile aber veraltet. An das gewachsene Know-how und Renommee lässt sich jedoch nahtlos anknüpfen. Nunmehr lassen sich in Kiel immersive, dynamische Lernumgebungen realisieren - ausgezeichnete Voraussetzungen für tiefgreifende Lernerfolge.

Die hier beschriebene Veranstaltung richtet sich an Kinder von 5 bis 8 Jahren und bindet in einem ganzheitlichen Sinne ökologische Themen und Naturphänomene des erdnahen Weltalls in einer kindgerechten Geschichte ein. Das dort erworbene Wissen über unterschiedliche Lebensräume lässt den Betrachter den Lebensraum Erde aus einer neuen Perspektive sehen.

Der Erfahrungshorizont fünf- bis siebenjähriger Kinder ist geprägt durch haptische Lernformen und Bildschirmerfahrungen am Fernsehen oder PC. Für beide Felder gibt es erprobte und geförderte Lernprojekte, beispielsweise Lehr- und Erlebnispfade in Wäldern oder kindgerechte Wissenschaftssendungen. Diese Lernformen stehen an gegensätzlichen Enden der Immersivitätsskala. (Die Immersivität ist eine Begrifflichkeit aus dem Sprachgebrauch virtueller Realitäten und misst den Grad der Illusion. Die "Realität" hat per Definition die Immersivität "1", die offenkundig synthetische Computerwelt am Bildschirm die Immersivität "0").

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